Themen 2023

Medialer Vertrieb und Marketing

Finanzielle Bildung mit Daniel Jung

Um junge Menschen besser bei Finanzthemen zu erreichen, haben die Sparkassen in Hessen-Thüringen eine Kooperation mit dem YouTuber Daniel Jung ins Leben gerufen.

Immer mehr Menschen lernen heutzutage mit Lernvideos. Die Sparkassen setzen deshalb auch bei der Wahrnehmung Ihres öffentlichen Auftrags zunehmend auf digitale Kanäle, um zum Beispiel junge Menschen bei Finanzthemen besser erreichen zu können.

Die Sparkassenregion Hessen-Thüringen ist daher eine Kooperation mit dem Youtuber Daniel Jung, einen der führenden Köpfe im Bereich „Digitales Lernen“ in Deutschland, eingegangen.

Auf der Seite finanzen-mit-daniel-jung.de sind bereits sechs Erklärvideos zu Themen wie Online-Banking, Geldanlagen und Zinsen veröffentlicht worden.

Online-Personalgewinnung:
S-Jobbörse Hessen-Thüringen

Im Rahmen der Gemeinsamen Sparkassen Kommunikation (GSK) wurde im Jahr 2023 in Hessen-Thüringen eine ganzjährige Arbeitgeber-Kampagne unter dem Motto „Modernes Arbeiten braucht moderne Lösungen“ geschaltet. Ziel der regionalen Kampagne war es, die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen als Top Arbeitgeber in der Region zu positionieren und qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.

Um die Sparkassen bei der Mitarbeitergewinnung zu unterstützen, wurde eine regionale S-Jobbörse
sfg-ht.de/jobs umgesetzt, die alle Stellenangebote der Sparkassen in Hessen und Thüringen bündelt und als zentrale Landingpage für Werbemaßnahmen dient. Durch das hohe Volumen an Stellenanzeigen und einer permanenten Suchmaschinenoptimierung wurde die Reichweite erhöht und die Sichtbarkeit der Stellenanzeigen im Verbandsgebiet gestärkt.

Die S-Jobbörse dient den Sparkassen als Plattform für ein individuelles Arbeitgeber-Marketing, wie es heute für das erfolgreiche E-Recruiting erforderlich ist. Über ein Arbeitgeberprofil haben die Sparkassen die Möglichkeit sich positiv darzustellen und sich als attraktiver und interessanter Arbeitgeber zu präsentieren. Interessierte und qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten können sich direkt auf Stellenangebote über ein Online-Formular bewerben. Im Durchschnitt sind täglich zwischen 350 und 400 Stellenangebote aufrufbar.

Die Suchfunktion der regionalen S-Jobbörse wurde intuitiv und zielgesteuert gestaltet und über eine Kartenansicht können Stellenangebote im gewünschten Suchradius visuell dargestellt werden.

Kommunikativ wird die S-Jobbörse mit Ansprache-Elementen der Zielgruppe begleitet und die Sparkasse als sicherer und moderner Arbeitgeber präsentiert. Berufliche Weiterbildung, Digitalisierung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mobiles Arbeiten werden kommuniziert.

Passgenaue Kundenansprache mit dem integrierten Ansprachemanagement (IAM)

Die Sparkassen haben sich in den letzten Jahren mit dem Einsatz einer passgenauen Kundenansprache mittels Sparkassen Data Analytics erfolgreich auf die fortschreitende Digitalisierung und das sich verändernde Kundenverhalten eingestellt. Darauf aufbauend wurde im Jahr 2021 im Rahmen des Projektes „Operationelle Umsetzung von Data Analytics in Steuerung und Vertrieb“ das „Integrierte Ansprachemanagement“ (IAM) entwickelt. Das IAM verzahnt bisherige Einzelprozesse, um im Zielbild zu einem integrierten und gesamtheitlichen Anspracheprozess zu gelangen.

Die Pilotierungsergebnisse und die Praxisverprobung zeigen, dass das Instrument geeignet ist, die Vertriebssteuerung und den Vertrieb im Hinblick auf eine effiziente und individualisierte Kundenansprache zu unterstützen. Dabei werden von der strategischen Ausrichtung der Sparkasse bis hin zum Erfolgscontrolling alle wesentlichen Bausteine im Vertriebssteuerungsprozess berücksichtigt.

Der Rollout des IAM wurde 2023 gestartet und wird in den Jahren 2024 und 2025 in mehreren Serien fortgesetzt. Ebenso ist die Weiterentwicklung der Funktionalitäten des IAM in den kommenden Jahren in mehreren Ausbaustufen geplant. Der flächendeckende Einsatz des IAM zahlt auf den Anspruch der Sparkassen-Finanzgruppe ein, die Qualität der Kundenansprache in der komplexen Omnikanalwelt stetig zu verbessern. Eine passgenaue und für den Kunden relevante Ansprache auf dem von ihm präferierten Kommunikationsweg bildet hierbei das Fundament einer nachhaltigen Kundenbeziehung.

Ausblick auf das Jahr 2024

Kooperation der Sparkassen-Finanzgruppe mit Payback

Ende des vergangenen Jahres wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen der Sparkassen-Finanzgruppe und Payback geschlossen. Die Sparkassen führen deutschlandweit über 40 Millionen Girokonten, das Bonusprogramm von Payback nutzen über 31 Millionen Menschen. Somit treten zwei starke Partner gemeinsam an, um mit ihrer jeweiligen Expertise das Sparkassengeschäft für Kundinnen und Kunden erlebnisreicher und attraktiver zu gestalten.

Ziel der Kooperation ist es vor allem, die Kundenbindung zu stärken und neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Mit dem zukunftsweisenden Ansatz „One Step Check-out“ können Kundinnen und Kunden zukünftig in einem Schritt mit ihrer Girocard bezahlen und gleichzeitig bei den Payback-Platinpartnern Punkte sammeln. Die Punkte werden direkt am Girokonto transparent angezeigt und stehen wie gewohnt für die Einlösung bereit. Neu ist, dass alle gesammelten Punkte zukünftig auch für bestimmte Finanzprodukte der Sparkassen und ihrer Verbundpartner eingelöst werden können.  

Ab dem 1. Juli 2024 beginnt der Onboarding-Prozess für die teilnehmenden Sparkassen. Im ersten Schritt werden die technischen Voraussetzungen geschaffen und verprobt. Ab dem 1. Quartal 2025 ist ein aufmerksamkeitsstarker Go-live vorgesehen und Edeka wird als offizieller Payback-Partner in die Kooperation eintreten.

Immobilienmodernisierung

Der Wunsch nach Wohneigentum ist sowohl bei den Bestands- als auch bei potentiellen Neukundinnen und -Neukunden ungebrochen. Dennoch führen insbesondere hohe Baupreise verbunden mit gestiegenen Zinsen zu einem deutlichen Rückgang der Neubaufinanzierungen. Im Bereich von Immobilienkäufen aus dem Bestand und bei Immobilienbesitzern rückt das Thema der Modernisierungen und insbesondere der energetischen Sanierungen in den Vordergrund. Es ist daher Aufgabe der Sparkassen, Kundinnen und Kunden in diesem Themenfeld zu unterstützen und mit ihnen gemeinsam zu ermitteln, wie viel energetische Sanierung sie sich aktuell leisten können. Dafür ist neben Finanzwissen auch Know-how rund um die energetische Transformation notwendig.

Die Grundbausteine des DSGV-Projektes „Rund um die Immobilie“ (kurz: r u d i) sind die zentralisierte Herstellung von Komponenten für Sparkassen.  Als Basis dient das Cockpit mit Integration einheitlicher und smarter Rechner. Ein erster und wichtiger Baustein wird die Implementierung eines Modernisierungsrechners sein, der Kundinnen und Kunden sowie Sparkassenberatern ermöglicht, die energetischen und finanziellen Auswirkungen energetischer Sanierungen einzuschätzen. Dieser Rechner wird über die nächsten Jahre sukzessiv weiterentwickelt, sodass er künftig Grundlage eines Energieausweises, eines individuellen Sanierungsfahrplans und perspektivisch eines digitalen Gebäudepasses sein wird.

 

Cockpit wird zentraler Dreh- und Angelpunkt – ModRechner dient als weiterer Eingangskanal und bettet sich in die Modernisierungsreise der Kunden ein

Vorteile, die aus r u d i heraus für die Sparkassen generiert werden, sind die Steigerung der Vertriebskraft mit weniger Betriebsaufwand sowie die Unterstützung von Prozessen durch Standardisierung und Automatisierung.

Neben dem Cockpit wird in dem Projekt ein Schwerpunkt auf die Umsetzung eines effizienten Baufinanzierungsprozesses gelegt. Dieser ist auf Standardisierung, Modularität und die Bedürfnisse der Sparkassen-Kundinnen und -Kunden ausgerichtet. Die Kundenreise zur Realisierung eines Wohntraums soll so reibungslos und komfortabel wie möglich verlaufen. Die Einführung der omnikanalfähigen Baufinanzierungsberatung ermöglicht es Sparkassen-Kundinnen und -Kunden, künftig auf die Dienstleistungen zeit- und ortunabhängig zuzugreifen. Ein Wechsel von der medialen zur stationären Beratung ist jederzeitig möglich.

Effizientere Marktprozesse

Die ab 2013 entwickelte „Vertriebsstrategie der Zukunft Privatkunden“ (VdZ PK) ist bereits seit mehreren Jahren im Rollout und wurde stetig weiterentwickelt. Seit damals haben sich Kundenverhalten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Ergebnissituation in vielen Sparkassen weiter verändert. Vor diesem Hintergrund startete Ende 2021 das Projekt „Optimierung der Marktbearbeitung (OptiMa)“. Ziel ist es, den Privatkundenvertrieb insbesondere durch eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit und Profitabilität „wetterfest“ in die Zukunft zu führen. Die Neujustierung der Wachstums- und Effizienzstrategie umfasst dabei die Grundfrage:

Welchem Kunden bieten wir welche Leistungen/Produkte über welche Ansprache/Zugangswege an?
Im Einklang mit der bundesweiten Geschäftsstrategie für Sparkassen werden dabei alle von den Kundinnen und Kunden gewünschten Zugangskanäle angeboten und ein Wechsel der Zugangswege je nach Kundenbedürfnissen grundsätzlich gewährleistet. Wichtig ist es hierbei, das stationäre, mediale und digitale Angebot optimal zu vernetzen, den Ressourceneinsatz zu optimieren und die Ausrichtung von Ansprache und Beratung an Bedarfen sowie Potenzialen zu verstärken. Damit schafft „OptiMa“ die strukturellen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen für einen modernen und kundenorientierten Privatkundenvertrieb (siehe Übersicht „OptiMa-Bausteine). Der bundesweite Rollout für das Vorgehen startet ab April 2024 und wird durch den SGVHT mit einem entsprechenden Angebot unterstützt.

Dabei ist auch der Blick auf effizientere Marktprozesse zu richten. Den multikanalen Beratungsalltag in der Sparkasse zu unterstützen und das Kundenerlebnis mit guten Prozessen in OSPlus_neo zu verbessern, so lautete das Ziel des Projektes OSPlus_neo Geschäftsstelle. Der damit einhergehende Einsatz von OSPlus_neo führt unter anderem zu einer deutlichen Reduzierung des Aufwands für Administration bzw. Organisation der Prozesse in Beratung und Verkauf.

Der adressatengerechte und praxisnahe Rollout wurde auch in 2023 fortgeführt. Sparkassen erhielten hierbei Unterstützung mit ausgewählten Hilfsmitteln und über vielfältige Informations- und Austauschformate. Um das Ziel der OSPlus_neo Geschäftsstelle zu erreichen, kam neben der Einführung von OSPlus_neo-Prozessen auch der Nutzungsintensivierung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine hohe Bedeutung zu.