Kälte, Schmutz und Holzwurm setzen der Orgel zu – Orgelrestaurierungsprogramm Hessen und Thüringen

Jährlich unterstützt die Stiftung gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen und dem Thüringer Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege jeweils acht Restaurierungen denkmalgeschützter Orgeln. Über die Dauer des Förderprogramms konnten in Hessen bislang 188 und in Thüringen 138 Orgeln von Verschmutzungen, Verschleiß und weiteren Beschädigungen befreit werden.

Wie wegweisend eine gut klingende Orgel für Menschen vor Ort sein kann, zeigte sich in der evangelischen Kirche Modau in Ober-Ramstadt/Modau. Das frühe Orgelspiel eines Schülers führte dazu, ein Studium der Kirchenmusik aufzunehmen. Gerne kehrt er an seinen Heimatort zurück, um das nun restaurierte Instrument regelmäßig zu spielen.

Mit welcher Kreativität weitere Spenden für die Restaurierung einer Orgel eingeworben wurden, veranschaulichte die katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Rodgau, die Orgelweine über den Orgelbauer Schlimbach von weiß bis rot bei einem lokalen Winzer in Auftrag gegeben hatte. Die Geschmacksnoten wurden über einzelne Registernamen wie Flöte 4‘ von „mäßig stark & charakteristisch intoniert“ bis Subbaß 16‘ „voll im Grundton ansprechend“ beschrieben.

Installation 86° Walter Halit – Für Demokratie gegen Hass und Hetze

Auf dem Dach des Regierungspräsidiums Kassel wurde im September 2025 das von der Künstlerin Natascha Sadr Haghighian geschaffene Kunstwerk 86° Walter Halit eingeweiht. Die Namen erinnern an die von Rechtsextremisten Getöteten, den 2019 ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke (1953 – 2019) und den 2006 ermordeten Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat (1995 – 2006). Beide starben durch Schüsse in den Kopf. Mit der Installation setzten die Initiatoren und Förderer ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen zweier rechtsextremistisch motivierter Morde.

Hessischen Dialekten auf der Spur

Unter dem Motto MundART mit Biss  lud der 2018 gegründete Dialekt-Dachverband zum diesjährigen Festival in die Gemeinde Eibelshausen, Lahn-Dill-Kreis, ein.  Die Veranstaltung stand im Zeichen der hessischen Mundartvielfalt. Neben Musik und Lyrik im Dialekt standen auch wissenschaftliche Fachvorträge zum Thema „Dialekt zwischen Alltag und KI“ und „Mundart macht Schule“ auf dem Programm, die vom Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas angeboten wurden. Der Blick richtete sich insbesondere auf die Forschungstradition, die sich seit 150 Jahren mit den hessischen Dialekten beschäftigt.